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LandARTwandern im Herbst.

 

Auf der ersten von zwei LandARTwanderungen in diesem Herbst waren allen unbekannte Steinbrüche, ein mysteriöser Gedenkstein im Wald und ein noch passendes Bastelwetter dabei. Wir probierten uns an verschiedenen Handwerkstechniken und labten uns an den selbstgemachten Speisen.

 

An dem Platz, auf dem wir schon einmal LandArt gemacht hatten, waren uns damals Bodenlöcher aufgefallen, die wir mittlerweile mittels Luftbildern von 1944 als ehemalige Bombentrichter identifiziert hatten. Mehrere Gräben mit unbekanntem Zweck, die Bombentrichter, ein mit Hecken, wenig Hochwald, Mischbewaldung und Wiesen versehener Fleck Landschaft bildet dort die Kulisse, aus der man baut und nimmt. Diesmal hatten wir den Weg entlang der alten in den 40er Jahren stillgelegten Steinbrüche gewählt, die es entlang der Terebratelbänke auch am Kospoth überall gibt. Erst klein und nur einen Meter hoch, wurde der Terebratel entlang einer über zweihundert Meter Länge reichenden Abbaukante aus dem Berg geholt. Die Wiesen und Höhen, die Waldstücken und Äcker sind vielgestaltig, es gibt hunderte Blickwinkel und -richtungen, und die unterschiedlichen Höhen und tiefgeschnittenen Senken lassen einen staunen, wie verschlungen man dort wandelt. In einem Waldstück ein alter Stein mit unbekanntem Bild und den Worten: „hier endete die 2 / IV Ihr Geist lebt weiter 5.3.1941“, verlassen neben einem Baum stehend. Bestimmt ein Bergfest einer Verbindung in Jena. An unserer Stelle angekommen sahen wir ein zwei Jahre altes Bodenbild einer älteren LandARTtour, es war von den Umrissen noch erkennbar, auch lagen noch Steine und Tannenzapfen dort, aber mehr nicht. Wir widmeten uns dem Mitgebrachtem, im doch noch heissen Sonnenschein: selbst gemachtes Brot und Aufstriche, Obst und Gemüse, Käse und geröstete Sonnenblumenkerne. So gestärkt probierten wir uns dann in verschiedenen Techniken. Zum einen wurden Schwarzkiefern mit verschiedenen Materialien beheftet, Blätter in allen Farben, Hagebutten, Wurzelstücke, Ranken – was sich bot. Man begann und entschied, was der Stoff mit einem machte. An anderer Stelle wurde ein abgeschnittener Wurzelstock, der mittig in einer ausgelichteten Strauchgruppe lag, mit einem Moosring bedeckt. Eine ausgelichtete Wiese bot wiederum so viele solcher offenen Wurzelstöcke, die zusätzlich mit weiteren Einschnitten versehen worden waren, damit sie nicht wieder austreiben; Scheinakazie, die hier nicht soll. Kai-Uwe probierte auf verschiedenen Arten das Ausgestalten mit Moosen und gerollten Blättern. So verging der Tag, bedeckte sich der Himmel. Von den geschmückten Wiesen gingen wir fort, der Himmel hatte uns genarrt. So ähnlich stand’s mal im Gedicht ‚Bergschäfer‘. Man findet’s nicht im Netz. Macht nichts, bis bald auf dem Weg!

 

Nächster Termin: siehe Stromerkalender im Blog.

Fotos: Lars Polten