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Gemeinsames Draußensein hat was Unschlagbares. Man könnte Bücher füllen.

Ja, das war die vorerst letzte Runde gewesen der Gespräche in Bewegung. An vier Tagen waren wir vom WeltRaum aus in die Berge gegangen, oder, wenn viele Kinder und Wagen dabei waren, einfach ein grünes Kringel in der Stadt. Ein zwei Termine hatte es auch vorher schon gegeben, immer mit gutem Essen und vielen Gesprächen. Es würde Bücher füllen. Unzählige hatten sich zum ersten Mal gesehen. Viele, die sich kannten, lernten sich besser kennen. Wie viele Male habe ich im Nachhinein gehört, dass sich neue Bekanntschaften wieder trafen, dass gefundene Themen nachhallten, dass Schritte in Gang gesetzt wurden, weil sie da auf dem Weg das erste Mal angesprochen wurden! Menschen fanden sich zu Lerngruppen, Migranten fanden Anschluss, gute Laune fand Ausbruch, und alles so gesund dabei! Laufen, reden, essen, denken, tätig sein – die natürlichsten artgerechten Betätigungen des Menschen, und wir waren dabei!

Eine große Gruppe, am 9. Juli, mein lieber Scholli. Mit schon zahlreicher Kinderschar erschienen wir vor dem WeltRaum, um dort eine noch größere Gruppe Erwachsener und noch mehr Kinder anzutreffen. Begrüßungen und Absprachen, und alles schon Routine, und dann gings los, Richtung Märchenbrunnen im Paradies, eine kinderbeingerechte Runde im Kopf. Geigen spielten uns vor, Snacks machten die Runde, überall formten sich kleine und große Gruppen, noch mehr kamen hinzu. Die Kinder tobten ausgelassen im Wasser und forderten viel Aufmerksamkeit: Wer nicht rein darf und warum. Tränen und Absprachen, lachen und schreien dicht aufeinander. Dann eine sehr lange Anziehperiode vor dem Weitergehen, weil viele ihre Sachen nass gemacht hatten. Aber was solls, so lernt man es eben im Kindesalter. Langgestreckt und in aller Ruhe gingen wir weiter Richtung Zirkus Momolo, auf dessen Gelände aber eine Privatparty war. Das wussten wir Erwachsenen dann schnell, als die ersten mit ‚Leider‘-Gesten beschwörend unseren Rückzug forderten. Aber die Kinder hatten alle schon Limonade oder Saft in der Hand. Also hinstellen alles – „Warum?“ – „Na es geht gerade nicht, hier feiert jemand Geburtstag.“ – rauslotsen alle, und als nächstes Ziel den Strand bei der Leutra anvisiert. Heiß war es inzwischen geworden, hat jeder getrunken? Stehen bleiben, Wasser verteilen. Immer wieder Gespräche zwischendrin. Immer mal einen Blick, wer sich so trifft im Gehen. Hinter dem Pradiescafé, im Schatten, knallen dann die Plastedeckel von den Gefäßen, und zwischen Kinderaufsicht und ständigem Zählen von allen, zwischen Auskünften zum Essen und zum Vorgehen, nach dem ersten Rumstehen und vor dem zehnten Kontrollgang zum Wasser, gab es dann reichlich Lachen und Umherschauen, Träumen hier und Festlegen da, gab es Ausschau und Weiterkommen, dann da war dann alles dabei gewesen, hatten wir neben dem Essen das Wichtigste getan: waren losgegangen und hatten automatisch mit Reden begonnen.

Dann bis zum nächsten Mal auf dem Weg! Es gibt neue Termine 😉